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Achtung: Finanzamt macht Fehler bei der Steuererklärung

Fehler im Steuerbescheid häufen sich seit Banken, Arbeitgeber sowie Versicherungen Steuerdaten elektronisch direkt an Ämter melden können. Die übermittelten Daten sind nämlich nicht immer richtig. Steuerzahler sollten daher ihren Bescheid stets genau kontrollieren.

Privatleute müssen zwar nach wie vor ihre Steuerformulare ausfüllen, aber der Arbeitgeber, Rentenversicherungsträger, die Arbeitsagentur oder Versicherungen übermitteln mittlerweile Angaben zu Löhnen, Renten, Riester- und Rürup-Renten-Beiträge, etwaige Zinsgewinne oder Lohnersatzleistungen sowie Eltern- oder Krankengeld direkt elektronisch an die Finanzverwaltung. Diese Daten werden dann oft einfach übernommen und oftmals nicht mehr kontrolliert. Mitunter tauchen Ungereimtheiten auf oder es kommt zu Abweichungen von den vom Steuerpflichtigen selbst angegebenen Werten - eine hohe Fehlerquote ist das Resultat.

Markus Deutsch ist Leiter für Steuerpolitik und Medien beim Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) und er berichtet: "Dieses Phänomen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen", denn Finanzbeamte errechnen die Steuer normalerweise zunächst allein aufgrund der elektronisch gemeldeten Daten. "Weichen diese Daten aber von den Angaben des Steuerzahlers in der Erklärung ab, müssten sie dieser Unklarheit eigentlich nachgehen", so Deutsch. Auch der Bundesfinanzhof hat klargestellt, dass Meldungen, vom Arbeitgeber beispielsweise, lediglich eine Kontroll-Information ist. Die Daten dürfen auf keinen Fall ungeprüft in den Bescheid übernommen werden. (Az. VII B 9/11).

Trotzdem werden im Behördenalltag aus Zeit- oder Prozessgründen viele Fehler und Abweichungen übersehen oder die Beamten ziehen falsche Schlüsse aus den widersprüchlichen Informationen. "Dass eine moderne, elektronische Kommunikation in der Finanzverwaltung Einzug hält, ist gut und richtig. Aber leider ist der Übergang von der Papier- in die Datenwelt gesetzlich nicht aus einem Guss gestaltet worden", sagt der Experte Markus Deutsch. "Ein Riesendurcheinander" seien die vielen unterschiedlichen Regelungen, Formulare oder Fristen für die Stellen, die elektronisch Daten übermitteln.

Die Folge ist, statt einer Entlastung für Verwaltung und Bürger, liegt eine Menge Mehrarbeit vor. Der Steuerpflichtige sollte, um keine Nachteile zu haben, immer auch selbst alle Angaben kontrollieren.

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