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Berliner Start Up verlost "bedingungsloses Grundeinkommen": 12 000 Euro ohne Gegenleistung

Ein Berliner Start Up-Unternehmen verlost jetzt ein "bedingungsloses Grundeinkommen" für ein Jahr - der Gewinner bekommt 12 000 Euro, ganz ohne Gegenleistung. Was steckt dahinter?

Das Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" schwirrt schon seit einiger Zeit durch die Politik, ein Berliner Start Up-Unternehmer macht nun Ernst und verlost 1000 Euro im Monat für ein Jahr, der Gewinner muss für die 12 000 Euro keinerlei Gegenleistung bringen. Das Start Up-Unternehmen möchte damit zeigen, dass dies ein Zukunftsmodell für eine erfolgreichere Gesellschaft ist.

Michael Bohmeyer heißt der Mann, der diese Idee hatte. Per Crowdfunding und der Initiative "Mein Grundeinkommen" soll das Geld gesammelt werden. Wenn die 12 000 Euro beisammen sind, darf ein Mann oder eine Frau zeigen, was es bedeutet, 1000 Euro pro Monat für nichts zu bekommen. 300 Menschen haben schon in das Crowdfunding-Projekt eingezahlt, darunter viele Kleinstbeiträge. Das Interesse sei groß, meint Bohmeyer.

Vor allem in Reihen linker Politiker gilt das "bedingungslose Grundeinkommen" als Modell für die Zukunft. Die Menschen würden sich nicht etwa auf dem Geld ausruhen, sondern mit der Sicherheit von 1000 Euro pro Monat Projekte angehen, die sie sonst nicht machen oder finanzieren könnten. Bohmeyer selbst habe nur 1000 Euro im Monat zur Verfügung. Die erhält er aus seinem gegründeten Internet-Start Up-Unternehmen. Selbst mitarbeiten müsse nicht mehr. Mehr als den Tausender brauche er mit seiner Frau und Kind aber nicht monatlich. "Im bedingungslosen Grundeinkommen schlummert eines der größten Potenziale, unsere Gesellschaft einen Schritt nach vorne zu bringen", so der 29-Jährige.

Der Plan ist gar nicht mal so abwegig. Alexander Spermann, Experte vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn, kennt sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen aus, er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema. Fallstudien in Namibia hätten gezeigt, dass die Kreativität und Produktivität der betreffenden Personen tatsächlich gesteigert worden seien. Allerdings halte er die Verlosung für sinnlos. Eine Einzelperson sei zu wenig, um das Verhalten der Menschen erkennen zu können. Es müsste eine größere Bevölkerungsgruppe getestet werden. Das Hauptproblem des bedingungslosen Grundeinkommens ist übrigens die Finanzierbarkeit. Das ist Michael Bohmeyer aus Berlin aber vorerst egal, er zieht seinen Plan durch und verlost 12 000 Euro für ein Jahr.

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