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BGH-Urteil: Ebay-Auktionen dürfen nicht vorzeitig beendet werden

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Das Bundesgerichtshof hat jetzt ein Urteil gefällt, dass für alle, die regelmäßig bei Ebay Dinge versteigern nicht unwichtig ist: Denn laut den Richtern dürfen Auktionen nicht mehr einfach vorzeitig abgebrochen werden. Das wird das Angebotsverhalten in dem Online-Auktionshaus sicher verändern, denn bisher war es so, dass man sein Angebot auch einfach wieder herausnehmen konnte und eventuelle Bieter guckten in die Röhre.

Ein Bieter hatte geklagt, nachdem ihm ein VW Passat quasi vor der Nase weggeschnappt wurde. Ein Mann hatte sein Wagen bei Ebay angeboten. Als Startangebot wählte er 1 Euro. Das ist für einen solchen wertvollen Gegenstand eher unüblich, normalerweise wählt man einen höheren Startpreis, um ein Dumpinggebot zum Schluss zu vermeiden. Aber der Anbieter wollte wohl die Ebay-Gebühren für einen hohen Startpreis vermeiden.

Als der Mann erfuhr, dass er seinen Wagen für 4200 Euro verkaufen kann, löschte er das Angebot bei Ebay - obwohl es schon Gebote darauf gab. Denn der Kläger hatte zu diesem Zeitpunkt bereits den einen Euro geboten und war damit Höchstbietender. Er ging vor das Thüringer Oberlandesgericht und klagte auf Schadenersatz wegen der abgebrochenen Auktion bei Ebay. Und die Richter gaben ihm nun Recht.

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Der Fall ging dann noch bis vor den Bundesgerichtshof. Dort bestätigte man das Urteil aus Thüringen. Die Richter eklärten, dass es nicht zulässig ist, eine begonnene Auktion bei Ebay einfach zu beenden, wenn Gebote vorliegen. Das könnte nun bei ähnlichen Fällen eine Klagewelle nach sich ziehen. Oder Ebay deaktiviert die Möglichkeit, Auktionen abzubrechen. Letzteres erscheint allerdings unwahrscheinlich, weil es die Auktions-Website unattraktiver für Anbieter werden lässt.

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