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Entwicklung der Bauzinsen 2011 - Baufinanzierung bleibt günstig!

Spätestens seit den letzten beiden Leitzinserhöhungen im April und Juli kann davon ausgegangen werden, dass der Tiefpunkt der Zinsen bei Baugeld der Vergangenheit angehört. Auch wenn sich die Leitzinsen der EZB gegenwärtig bei 1,5 Prozent bewegen, ist das immer noch weit unter dem Zinssatz von 4,25 Prozent, der vor der Pleite von Lehman Brothers anzutreffen war.

Bauen ist immer noch günstig, doch wie die Entwicklung der Bauzinsen 2011 weitergehen wird, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Die Europäische Zentralbank hat bekräftigt, die Inflationsrisiken weiter streng zu beobachten und gegebenenfalls mit weiteren Zinsschritten noch in diesem Jahr zu reagieren.

Gerade in Deutschland gibt es mit einem derzeit stabilen Arbeitsmarkt und einer boomenden Wirtschaft sehr gute Voraussetzungen, um sich den Wunsch nach einem eigenen Haus oder einer Wohnung zu erfüllen. Auch wenn die Erhöhung der Leitzinsen eine gewisse Unsicherheit zur Folge hat, wirken sich Leitzinssätze nicht direkt und unmittelbar auf die Baugeldzinsen aus. Allerdings kündigen sie, wichtig aus psychologischer Sicht, eine allgemeine Zinswende an.

Noch liegen die Zinsen für zehnjährige Baudarlehen unter 4 Prozent. Je nach Bonität des Kreditnehmers können sie weit darunter sinken. Das wird sich bis Ende des Jahres 2011 auch nicht grundlegend ändern.

In erster Linie wirkt ein geänderter Leitzinssatz sofort auf die kurzfristigen Zinsen am Geldmarkt aus. Dementsprechend verändern sich Dispo- und Überziehungszinsen. Das gilt auch für die Zinsen von Tagesgeld- oder Festgeldanlagen und nicht zuletzt für die mit variablen Zinssatz ausgestatteten Darlehen.

Kleinere Zinsschritte der EZB werden sich nur mit geringen Konsequenzen bei den langfristigen Baugeldzinsen zeigen. Die europäische Geldpolitik kann allerdings zu einer völligen Neuausrichtung des gegenwärtig prognostizierten Szenarios führen. Wenn es den Schuldenländern Griechenland, Portugal und Irland nicht gelingt, ihre Finanzprobleme zu lösen, werden andere Länder wie Spanien und Italien schnell folgen. Die Auswirkungen auch auf Deutschland und den gesamten Markt der Baufinanzierungen kann niemand genau vorher sagen.

Eine steigende Inflation ist immer auch ein Zeichen, das mit erhöhenden Bau- und Kaufpreisen zu rechnen ist. Wenn die Nachfrage nach Immobilien steigt, sind die Auswirkungen sich ändernder Baugeldzinsen noch das kleinste Kostenproblem. Besonders in den Ballungszentren hat die Angst vor einem schwachen Euro zu einem Anstieg der Immobilienpreise um bis zu acht Prozent allein in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011 geführt. Eine irgendwann platzende Immobilienblase ist zu befürchten.

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