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Fondsanbieter: Schlechte Infos für Anleger

Wer in Fonds investieren möchte, der ist darauf angewiesen, dass er alle nötigen Infos über Risiken und anderen Details bekommt. Diese sollen in den sogenannten Beipackzetteln, ähnlich wie bei Arzneimitteln, allumfassend beschrieben werden. Doch wie die Zeitschrift "Finanztest" jetzt kritisierte, bieten viele Fondsanbieter dieses Informationen gar nicht oder nur unzureichend.

Viele wichtige Informationen fehlen

Der sogenannte Beipackzettel für Fonds geschah bis 2012 auf freiwilliger Basis. Die Fondsanbieter ware nicht verpflichtet, den Anlegern alle Informationen darzulegen. Und deswegen funktionierte es auch nicht. Denn Anbieter wollen natürlich eventuelle Risiken und negative Details eher verschweigen, um potentielle Anleger von ihrem Produkt nicht abzuschrecken. Doch seit Juni 2012 sind Fondsanbieter dazu verpflichtet, die sogenannten Beipackzettel zu ihren Fonds beizulegen.

Dass das Vermögensanlagen-Informationsblatt trotzdem nicht so funktioniert, wie es sollte, skizziert jetzt die Zeitschrift "Finanztest". Eigentlich sollen diese Blätter im Internet zu finden. Aber ein Viertel der Fondsanbieter stellten die Beipackzettel nicht ins Netz. Damit können Kunden nicht frei an alle Informationen über Fonds kommen.

Aber es gibt auch inhaltlich einiges zu bemängeln. Anbieter geschlossener Immobilienfonds schreiben lediglich einen allgemeinen Mustertext des Branchenverbandes in ihren Beipackzettel: "Viele Blätter strotzen daher vor juristischen Allgemeinplätzen, geizen aber mit Details zu den konkreten Angeboten", heißt es im Test der Finanzzeitschrift. Auch damit wäre Kunden nicht gerade geholfen.

Auch fehlen oft wichtige Informationen. Ein Anbieter etwa bot eine Investition in eine Photovoltaikanlage an, aber schrieb noch nicht mal den Standort der Anlage in das Informationsblatt. Da die Investitionssummen um die 20.000 Euro liegen, wären das zu wenig Informationen, um Kunden anlocken zu können.

Besser vergleichen können

Dazu schreibt "Finanztest", dass auch häufig "elementare Zahlen" wie Rendite und Kosten nicht ausgewiesen werden. So sei es sehr schwer, die Fonds mit denen anderer Fondsanbieter vergleichen zu können. Deswegen fordert die Zeitschrift nun eine Änderung des Gesetzes. Die Anbieter sollen zum Beispiel verpflichtet werden, die gleiche Renditekennzahl zu verwenden, so dass Kunden besser vergleichen können.

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