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Es kommt eine Steuernachzahlung auf viele Rentner zu

Die NRW-Finanzämter haben aus eigener Sicht eine schwierige Situation vorgefunden: Ab 2005 wurde mit dem Alterseinkünftegesetz die nachträgliche Besteuerung der Rentner eingeführt. Die Höhe dieser Besteuerung richtet sich nach dem Renteneintrittsalter und der effektive Betrag natürlich nach dem Einkommen. Erst 2008, also drei Jahre später, wurde die Steueridentifikationsnummer eingeführt, mit der es für die Rentenversicherer möglich wurde, innerhalb der nächsten zwei Jahre die Daten zu sammeln, die sie 2010 den Finanzämtern zur Verfügung gestellt haben: Erst 2010 konnten sie also selbst mit ihrer Arbeit beginnen und die Rentner anschreiben, von denen sie eine Steuernachzahlung fordern wollen. Zu ersten Ergebnissen kommt diese Arbeit jetzt.

100 000 Rentner bekommen Post vom Finanzamt, das sie zur Nachzahlung auffordert. Das besonders böse an dieser Nachzahlung: Weil sie so lange auf sich hat warten lassen, sollen die Nachzahlenden auch noch Strafgebühren bezahlen. Der Bund der Steuerzahler protestiert, während die Finanzämter in NRW argumentieren, dass nur durch Erhebung dieser Gebühren die Zahlungen tatsächlich gerecht sind. Immerhin können zwar die Rentner nichts dafür, dass ihre Zahlungsaufforderungen so spät kommen, diejenigen, die ihre Steuern bereits frühzeitig zahlen mussten, aber auch nicht. Der Ausgleich für diese Verspätung ist allerdings an einem möglichen Gewinn durch Sparzinsen in der gleichen Zeit bemessen sehr happig: 6% berechnet das Finanzamt.

Einen weiteren Vorwurf des Bunds der Steuerzahler konnte aber bis jetzt keine Seite genauer untersuchen: Verschiedenen Rentnern sei nicht nur mitgeteilt worden, sie müssten keine Steuererklärung abgeben sondern sie hätten sogar eine Bescheinigung bekommen, die ihnen zusicherte, sie würden nichts zahlen müssen. Der Bund der Steuerzahler sucht momentan solche Fälle, um eine Musterklage unterstützen zu können.

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