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Anlagetipps: Gefährliche Finanzprodukte

Ein Europa-Abgenordneter der Grünen hat sich die Frage gestellt, welche Finanzprodukte am gefährlichsten und risikoreichsten sind. Um eine Antwort zu finden, startete er eine Online-Abstimmung. Insgesamt haben sich knapp 2.000 Menschen daran beteiligt und ihre Erfahrung mit Anlageprodukten mit einfließen lassen. Der Europa-Abgeordnete Sven Giegold stellte anschließend eine Tabelle auf und skizziert darin gefährliche Finanzprodukte in ganz Europa.

Finger weg von geschlossenen Fonds

Um gefährliche Finanzprodukte machen Geldanleger gerne einen großen Bogen. Und deswegen hat der Europa-Abgeordnete Sven Giegold von den Grünen mit einer Online-Abstimmung "Die gefährlichsten Finanzprodukte Europas" herausgefunden. Er stellte eine Website online und sammelte auf dieser Nominierungen für die Abstimmung. Sechs Wochen lang dauerte dieser Vorgang. Es sollten vor allem Anlageprodukte nominiert werden, die "unnötig komplex und intransparent" seien, wie das Handelsblatt vermeldet.

Giegold erhielt 150 Vorschläge, diese entfielen auf 50 verschiedene Produkte. Diese gab der Grünen-Politiker dann an eine Jury aus Finanzexperten weiter. Nach einer Beratung wählte diese dann acht gefährliche Finanzprodukte aus. Über diese durfte dann die Online-Community abstimmen. Und das Ergebnis sei sehr eindeutig ausgefallen. "Eine repräsentative Umfrage hätte wahrscheinlich kein anderes Ergebnis gebracht", meint Giegold.

Unterteilt wurde in zwei Bereiche. In der Kategorie "Produkte, die Umwelt, die Armen oder Dritte schädigen" belegen Nahrungsmittelfonds mit 71 Prozent der Stimmen klar Platz 1. In der Kategorie "Produkte, die Verbraucher oder Investorinnen schädigen" liegen Kreditausfallversicherungen (CDS) auf Staatsanleihen aus Schwellenländern ganz vorne.

Vor allem von geschlossenen Fonds solle man die Finger lassen, heißt es nun weiter. Dies sei nur etwas für Anleger, die bereits über ein Vermögen verfügen. Das Verlustrisiko sei einfach zu hoch. Auch von Zertifikaten sollen Kleinanleger die Finger lassen. Das jedenfalls rät die Verbraucherzentrale.

Deutsche Bank mit riskantem Fond

Sein Erspartes könne man aber auch mit fondsgebundenen Versicherungen verlieren. Dazu wird vor außerbörslichen Werpapapieren und Wettgeschäften gewarnt. Sven Giegold wird dieses Ergebnis nun der Europäischen Finanzaufsichtsbehörde ESMA vorlegen. Dort könne man dann bei der EU-Kommission vorstellig werden und gefährliche Finanzprodukte entweder strenger regulieren oder sogar ganz verbieten. Im Visier ist unter anderem auch die Deutsche Bank, dessen Fonds "DB Platinum Agriculture Euro" stellvertretend für die gefährlichen Nahrungsmittelfonds stand.

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