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Gerichtsurteil: Schufa muss keine Auskunft zu der Berechnung ihrer Kreditwürdigkeit geben

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Die Schufa musste am heutigen Dienstag vor dem Bundesgerichtshof (BHG) vorstellig werden, weil eine Frau aus Hessen gegen die Wirtschaftsauskunft geklagt hatte - der Scoring-Prozess ging jedoch zugunsten der Schufa aus: Der BGH hat entschieden, dass die Schufa Verbrauchern keine umfassende Auskunft zu der Berechnung ihrer Kreditwürdigkeit geben muss.

Die Frau hatte sich ein Auto kaufen wollen, aber bekam große Probleme bei der Beschaffung des Kredits. Die Schufa bezweifelte ihre Kreditwürdigkeit. Daraufhin wollte die Frau, dass ihr Score zur Bewertung offengelegt werde. Sie bekam zwar eine Auskunft, aber die genügte ihr nicht. Sie habe genau wissen wollen, wie die Schufa zu dem Ergebnis kam, dass sie nicht kreditwürdig sei. Und diese Auskunft müsse sie auch erhalten. Das sei laut Gesetz so, sagte ihr Anwalt Michael Diehl gegenüber stern.de. Deswegen scheute die Frau aus Hessen nicht den Gang vor den Richter. Denn die Schufa sei derzeit noch weit von ihrer Auskunftspraxis entfernt.

Die Schufa argumentiert dagegen, dass niemand das Anrecht darauf habe, eine detaillierte Aufstellung zur Berechnung des "Scores" zu bekommen. Das sogenannte "Scoring" bezeichnet das Verfahren, bei dem aus verschiedenen persönlichen Daten wie Alter, Anzahl der Umzüge oder geplatzte Kredite, eine Bonitätsbewertung erstellt wird. Die Schufa habe aber ein "schutzwürdiges Interesse" an der Geheimhaltung der Formel und wolle die Formel zur Berechnung nicht publik machen.

Das Gericht gab jetzt der Schufa recht und wies die Klage der Frau ab: Nach Paragraf 34 des Bundesdatenschutzgesetzes habe die Schufa ihre Auskunftspflicht erfüllt, und "ein Anspruch darauf, mit der Auskunft die Berechnung selbst überprüfen zu können, besteht nicht". Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs muss die Schufa Verbrauchern also keine umfassende Auskunft zu der Berechnung ihrer Kreditwürdigkeit geben. Eine Revision gegen das Urteil wurde in der Vorinstanz zurückgewiesen.

Der Paragraf 34 des Bundesdatenschutzgesetzes, der für die Klärung des Falls herangezogen wurde, besagt, dass Betroffenen die Auskunftsdateien "das Zustandekommen und die Bedeutung der Wahrscheinlichkeitswerte einzelfallbezogen und nachvollziehbar in allgemein verständlicher Form" offenlege solle. Ironie an der Sache ist, dass alles auf einer Verwechselung beruht. Die Frau ist eigentlich absolut kreditwürdig, die Schufa hatte nur die Namen verwechselt und falsche Daten abgesendet.

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