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Haftpflichtversicherung: Kinder nach Volljährigkeit nicht immer mitversichert

Um das finanzielle Risiko für den Fall zu begrenzen, dass man Schäden am Eigentum Dritter anrichtet, haben die Allermeisten eine private Haftpflichtversicherung – Kinder sind bis zum Erreichen der Volljährigkeit in aller Regel mit versichert. Bei volljährigen Kindern ist die Situation allerdings etwas schwieriger.

Häufig bleiben Kinder auch nach dem Erreichen der Volljährigkeit bei der Haftpflichtversicherung der Eltern mitversichert. Die gilt aber nur dann, wenn sie sich in der Ausbildung oder Studium befinden. Jedoch gilt die Mitversicherung nur für bestimmte Phasen des Ausbildungswegs.

Volljährige Kinder sind in der Haftpflichtversicherung ihrer Eltern lediglich dann mitversichert, wenn sie sich in einer Ausbildung befinden, die notwendig ist, um einen Beruf zu erlangen. Die Definition legt außerdem fest, dass es sich um einen zusammenhängenden und durchgängigen Ausbildungsweg handeln muss.

Die Grundidee von diesen Regelungen besteht darin, dass sich volljährige Kinder, die sich in einer Ausbildung mit dem Ziel der Erlangung eines Berufs befinden, noch nicht in der Lage sind, sich eine eigene Haftpflichtversicherung zu leisten. Die Mitversicherung bei den Eltern hilft dabei, das finanzielle Risiko überschaubar zu halten.

Bei alldem gilt aber, dass eine Definition dessen, was zur Ausbildung gehört, oft sehr schwierig ist. In einem kürzlich gefällten Urteil hat das Oberlandesgericht Köln die Mitversicherung klar begrenzt. Im Fall eines angehenden Lehramtsstudenten haben die Richter entschieden, dass die Bibelschule, die dieser besucht hat, nicht zum notwendigen Ausbildungsweg gehört.

Die Richter stellten fest, dass es sich bei der Bibelschule nicht um einen Teil einer zusammenhängenden Ausbildung handelt, wodurch auch keine Mitversicherung bei den Eltern bestand. Somit musste deren Haftpflichtversicherung nicht für den Schaden aufkommen, den der volljährige Sohn verursacht hat.

Wie das Urteil zeigt, ist es recht schwierig, die Grenzen festzulegen. Um nichts zu riskieren gilt also: Mit einer eigenständigen Haftpflichtversicherung für Kinder, die schon volljährig sind, ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.

Quelle: rp-online.de

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