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Kaufhof gehört jetzt Kanada: Was der Deal für Kunden und Verkäufer bedeutet

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Der Handelskonzern Hudson's Bay zahlt 2,825 Milliarden Euro für Kaufhof - eine deutsche Kaufhauskette, der schon mehrere Male das Aus vorhergesagt wurde.

Der Vorstandsvorsitzende des Düsseldorfer Handelskonzerns Metro, Olaf Koch, dürfte zufrieden sein: Weil es gleich zwei Interessenten für Kaufhof gab, wurde der Preis erheblich in die Höhe getrieben - es siegten die Kanadier, die den Zuschlag für die Traditionsfirma mit Ursprüngen im Jahr 1879 bekommen haben.

Was aber bedeutet die Übernahme für Kaufhof mit seinen rund 21 000 Mitarbeitern, 135 Kaufhäusern und vielen Kunden in ganz Deutschland? Metro-Chef Koch betonte unermüdlich, es sei bei dem Verkauf nicht nur um einen guten Preis, sondern um ein "nachhaltiges Konzept" gegangen.

Die Manager von Hudson's Bay müssen dies nun beweisen - sie betreten ein schwieriges Territorium, denn der deutsche Markt gilt als einer der am härtesten umkämpften weltweit. Deutsche Konsumenten achten auf den Preis und auf Qualität, die Konkurrenz ist groß. Und schwierig. Einige Konzepte, die im Ausland Erfolg hatten, sind in Deutschland schlicht gescheitert. Walmart beispielsweise, musste seine Expansion in Deutschland nach harten Rückschlägen abbrechen. Der Brite Andrew Jennings galt international als Warenhaus-Spezialist - seine Karstadt-Sanierung blieb ohne Erfolg. Zudem sind Konzepte, "Alles-unter-einem-Dach" anzubieten, veraltet und viele Käufer gehen längst nicht mehr ins Geschäft, sondern bestellen ihre Waren online.

Was die Menschen nach wie vor in Kaufhäuser zieht, sind ein besonderes Einkaufserlebnis, spezielle Beratung und ein besonderes Sortiment. Will Kaufhof auch in Zukunft bestehen bleiben, bedarf es also großer fachlicher Kompetenz, neuer und innovativer Strategien. Und Investitionen. Ob Hudson's Bay diese Aufgabe bewältigt, wird sich zeigen.

Ausschließen kann man Filialschließungen und Massenentlassungen wohl nicht - es gibt keine Beschäftigungsgarantien. Die Verkäuferinnen und Verkäufer bei Kaufhof bleiben aber erstmal entspannt, man gibt sich zuversichtlich. Am Alexanderplatz in Berlin glaubt man an einen soliden Arbeitsplatz in einem Unternehmen mit solider deutscher Kaufmannstradition. "Eine Übernahme durch Karstadt wäre schlimmer gewesen." sagen sie und "Knappe Kassen gibt es ja überall."

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