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Lotteriemarkt Deutschland – Grünes Licht für Deutsche Sportlotterie

Es ist eine einschneidende Neuerung auf dem Lotteriemarkt in Deutschland: Über ein Jahr kämpfte Diskuswerfer Robert Harting um die Einführung einer privatgeführten Lotterie. Nun gab das Finanzministerium von Rheinland-Pfalz grünes Licht für das Projekt.

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Erste private Lotterie seit Jahrzehnten

Eineinhalb Jahre kämpfte Olympiasieger und Weltmeister Robert Harting mit seinen Mitstreitern auf einem ihm sonst fremden Parkett: Der Diskuswerfer trat ein für die Einführung der Deutschen Sportlotterie. Ähnlich wie bei beispielsweise der „Aktion Mensch“ sollen hier die Erträge für einen guten Zweck genutzt werden. In Zusammenarbeit mit dem Gesellschafter „Deutsche Sporthilfe“ soll das eingenommene Geld in direkte Sportlerförderung fließen. Zu dieser Förderung zählen unter anderem die bessere individuelle Vorbereitung auf Olympische oder Paralympische Spiele sowie die Unterstützung der Nationalen Anti-Doping-Agentur. Das besondere an der Lotterie: Sie wird privat geführt – in Deutschland nach Jahrzenten ein Novum.

Eigentlich besteht in Deutschland das sogenannte Lotteriemonopol – dies bedeutet, dass nur konzessionierte Gesellschaften eine Lotterie durchführen dürfen. Die Organisation erfolgt dabei auf der Ebene der Bundesländer. Aus diesem Grund sind auf dem deutschen Markt hauptsächlich staatliche Lotterien wie NKL vertreten. Der Verkauf der Lose erfolgt hier ebenfalls reguliert durch staatliche Lotterieeinnahmen wie NKL Boesche.

Grünes Licht trotz Widerstand

Durch diese Regelung war es die Aufgabe des Finanzministeriums Rheinland Pfalz – hier befindet sich der Sitz der Deutschen Sportlotterie – die Seriosität sowie den Sinn der Unternehmung Hartings eingehend zu prüfen. Es wurde grünes Licht gegeben – trotz einiger Hürden, die die Deutsche Sportlotterie zu meistern hatte. So stießen der Diskuswerfer und seine Mitstreiter auf teilweise heftige Widerstände von Seiten des organisierten Sports. Besonders der Deutsche Olympische Sportbund hatte lange Zeit Vorbehalte gegen die Idee, da es Befürchtungen gab, dass bisherige Einnahmen aus Lotto und Glücksspirale nachhaltig gefährdet seien. Diese Befürchtungen scheinen aber nun ausgeräumt zu sein und die Deutsche Sportlotterie kann im September problemlos ihren Spielbetrieb aufnehmen. Der Geschäftsführer der Deutschen Sportlotterie, Gerald Wagener, beurteilt dies als durchweg positiv und bedankt sich bei Robert Harting: „Vor allem Robert hat sich neben seinem aufwendigen Training und Studium ungemein ins Zeug gelegt, um langfristig dem Spitzensport in Deutschland zu einer besseren Förderung zu verhelfen.“

Leistungsfähigkeit steigern

Die Mittel für die Sportförderung sollen später nach einem bestimmten Schlüssel verteilt werden. Das große Ziel der Gesellschafter ist es, vor allem die Leistungsfähigkeit wieder zu steigern. Gerade bei den Olympischen Spielen ist die Anzahl der Medaillen in den letzten 20 Jahren stark zurückgegangen. Mit einer angemessenen Förderung soll sich dies wieder ändern.

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