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Münchener Abendzeitung hat Insolvenz angemeldet

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Die traditionsreiche Münchener Abendzeitung steht vor der Insolvenz - sie konnte trotz einiger Versuche durch die Besitzer nicht gerettet werden. Das Problem der Münchener Abendzeitung war nun lange schon das Geld. Es gab kaum ein Jahr, in dem mal schwarze Zahlen geschrieben wurden und auch, wen sich immer mal wieder Interessenten fanden, blieb doch nie jemand dauerhaft und wandelte sein Interesse auch in eine Investition um.

Die Geschäftsführer haben in den letzten Jahren alles versucht, um Geld für das laufende Geschäft aufzutreiben und beispielsweise die Gebäude sogar verkauft. Einer der Versuche, an Geld zu kommen, war auch der Verkauf der Abendzeitung Nürnberg, die jedoch von ihrem Investor nicht gerettet werden konnte und zwei Jahre später eingestellt wurde.

Bei der Abendzeitung hofft man in München aber noch, einen "starken Investor" finden zu können. Das Problem ist, so die Zeitung über ein Statement, ist dabei auch die "restriktive kartellrechtliche Situation". Gemeint ist damit, dass eine andere Zeitung beispielsweise das Blatt nicht so leicht kaufen kann und es daher schwierig ist, Investoren zu finden, die sowieso an Zeitungen interessiert sind und hier auch mit Erfahrung für Verbesserung sorgen könnten.

Eigentlich sollte es an Erfahrung auch bei der Abendzeitung selbst nicht mangeln, denn sie erscheint immerhin schon seit den 1950ern. Trotzdem wurden in den letzten Jahren einfach keine Gewinne erwirtschaftet: Woran genau das lag, ist nicht klar. Vielleicht fehlte der Wandel mit der Zeit, vielleicht ist auch nur der Druck durch überregionale Blätter zu groß.

Der Zeitpunkt der Bekanntgabe kommt nicht überraschend. Die Gesellschaft wurde vor einigen Jahren so umgewandelt, dass der Verleger selbst bei einer Insolvenz nicht mit seinem Privatvermögen haftet; jetzt ist die Frist, in der er das doch hätte tun müssen, ausgelaufen.

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