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Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für Handwerker

Das deutsche Rentenversicherungssystem beruht auf dem Prinzip der Pflichtversicherung. Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung müssen immer dann entrichtet werden, wenn eine Pflicht zur Versicherung kraft Gesetzes oder auf Antrag vorhanden ist. Der größte Personenkreis der zwangsweise Versicherten sind Arbeitnehmer, die sich in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis befinden. Pflichtversichert sind neben Arbeitnehmern unter anderem Wehr- und Zivildienstleistende, Bezieher von bestimmten Leistungen (Krankengeld, Übergangsgeld, Arbeitslosengeld). Außerdem gilt die Versicherungspflicht unter bestimmten Umständen auch für Selbstständige und Handwerker.

Rentenversicherungspflicht mit Regel- oder einkommensgerechten Beitrag

Eine Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung ist für Selbstständige eine relativ kostenintensive Angelegenheit. Sie müssen im Gegensatz zu den Arbeitnehmern den gesamten Versicherungsbeitrag alleine tragen. Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich hingegen die Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung zu jeweils 50 Prozent.

Ein selbstständiger Handwerker kann zum einen die Zahlung eines Regelbeitrages beantragen. Zum anderen lässt er seine Beiträge auf der Grundlage seines Einkommens vom zuständigen Rentenversicherungsträger ermitteln. Generell zieht der Eintrag in die Handwerksrolle eine Versicherungspflicht nach sich. Das Alter und eine Einkommenshöhe bleiben davon unberührt.

Wenn ein Handwerksbetrieb als Personengesellschaft geführt wird, erstreckt sich die Pflicht zur Zahlung von Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung auf alle Gesellschafter, die im Besitz eines handwerksrechtlichen Befähigungsnachweises sind. Ein Gesellschafter mit Meisterprüfung ist versicherungspflichtig. Wenn Gesellschafter allerdings nur Kapital einbringen oder deren Tätigkeit sich lediglich auf den kaufmännischen Bereich in der Firma bezieht, entfällt die Rentenversicherungspflicht.

Handwerker können zwischen Regelbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung oder einkommensgerechten Rentenbeiträgen wählen. Der Handwerker-Regelbeitrag wird auf der Grundlage von Durchschnittseinkommen festgelegt. Handwerker bezahlen monatlich 508,45 Euro (Westteil) 445,76 Euro (Ostteil)- Stand 2011.

Nach einer Existenzgründung beziehungsweise Beginn einer Selbstständigkeit reduziert sich in den ersten drei Jahren der Regelbeitrag um die Hälfte. Einkommensgerechte Rentenbeiträge werden auf der Grundlage tatsächlicher Einkommen gezahlt.

Handwerker schicken ihren Einkommenssteuerbescheid an den zuständigen Rentenversicherungsträger. Bei der Berechnung kommt der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung von 19,9 Prozent (Stand 2011) zur Anwendung. Ein selbstständiger Handwerker zahlt entweder einen Mindestbetrag von monatlich 79,60 Euro oder einen Maximalbeitrag von 1094,50 Euro.

Handwerker auf Antrag von der Versicherungspflicht befreit

Ein Ausscheiden aus der gesetzlichen Rentenversicherung ist nach 18jähriger Zahlung von Pflichtbeiträgen möglich. Handwerker müssen dazu einen Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht stellen. Berücksichtigung finden grundsätzlich alle Beitragszeiten. Erfasst werden auch jene Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung, die beispielsweise als Angestellter vor Beginn der Selbstständigkeit bezahlt wurden. Eine Zahlung in die gesetzliche Rentenversicherung sichert keine optimale Rente. Weitere private Altersvorsorge ist erforderlich.

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