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Prokon: "Insolvenzantrag bedeutet keineswegs das Aus"

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Der angeschlagene Windanlagen-Finanzierer Prokon hat am gestrigen Mittwoch Insolvenz angemeldet - betroffen sind rund 1300 Beschäftigte und 75 000 Anleger, von welchen das Unternehmen aus Itzehoe 1,4 Milliarden Euro in Form von sogenannten Genussrechten, das sind Wertpapiere mit einer Sonderstellung, eingesammelt hatte.

Bei Prokon übt man sich in Optimismus - es heißt, der "Insolvenzantrag bedeute keineswegs das Aus." Man werde auch weiterhin für einen langfristigen Fortbestand kämpfen. Die rechtliche Prüfung des Insolvenzantrags der Unternehmensgruppe wird noch Monate andauern. Die Löhne und Gehälter der 1300 Beschäftigten werden bis einschließlich April 2014 gezahlt.

Den Gläubigern von Prokon teilte der Insolvenzverwalter in einem Schreiben mit, dass Forderungsanmeldungen erst dann möglich seien, wenn ein Insolvenzverfahren eröffnet wird - vorläufig seien alle Forderungen unwirksam. Prokon hatte jahrelang seine Genussrechte mit einer Festverzinsung von sechs Prozent umworben und sogar bis zu acht Prozent ausgezahlt. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach nach der Verkündigung der Insolvenz von einem "traurigen Tag für die betroffenen Anleger" und rechnet mit einem langen und komplizierten Verfahren. DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler sagt, Schuld an der Misere trage das Management von Prokon. Die betroffene Anleger können sich unter der E-Mail-Adresse dsw@dsw-info.de direkt an die DSW wenden.

Der Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, Reinhard Meyer (SPD), hat angekündigt, schnellstmöglich Kontakt zum Insolvenzverwalter aufzunehmen und erklärte: "Es gibt viele Fälle in Deutschland, bei denen es aus der Insolvenz heraus gelungen ist, Fortführungslösungen zu kreieren. Das wird der Job des Insolvenzverwalters sein." Auch der Bürgermeister von Itzehoe, Andreas Köppen, gab sich positiv. Man müsse schauen, ob man in der Insolvenz des Unternehmens nicht ebenso eine neue Zukunft finden könne, so Köppen in einem Interview mit der NDR 1 Welle Nord.

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