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Der Rückkaufwert einer privaten Rentenversicherung

In Deutschland gibt es zwei grundsätzlich sehr unterschiedliche Varianten der Rentenversicherung. Zum einen ist das die gesetzliche und anderen die private Variante. Gesetzlich rentenversichert wird man oder auch nicht Kraft Gesetzes oder auf Antrag. Unter bestimmten Voraussetzungen (Wartefrist, Rentenalter) erhalten Versicherte nach Antragstellung eine lebenslange Rente. Eingezahlte Beiträge zurückerhalten beziehungsweise den Rückkaufwert einer Rentenversicherung beanspruchen, ist nur bei privaten Rentenversicherungsverträgen möglich.

Verwertung einer Rentenversicherung ausgeschlossen bei Direktversicherungen

Bei der gesetzlichen und der privaten Rentenversicherung sind unterschiedliche Arbeitsprinzipien anzutreffen. Die gesetzliche Rente entsteht auf der Basis eines Umlageverfahrens. Aktuelle Beitragszahler finanzieren die Rentenauszahlungen der Rentenempfänger. Die private Rentenversicherung entsteht durch ein Kapitaldeckungsverfahren. Sie ist durch das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) geregelt. Gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es hier festgelegt einen weiteren grundsätzlichen Unterschied.

Einem Versicherungsnehmer steht ein Rückkaufrecht zu. Damit darf er einen zum Ende der laufenden Versicherungsperiode kündigen und einen Rückkaufwert aus der Rentenversicherung beanspruchen. Bereits bei der Vertragsunterzeichnung sichert die Versicherungsgesellschaft ausdrücklich zu. Der Versicherte erhält eine Auszahlung nur dann, wenn ein positiver Rückkaufwert vorliegt.

Diese Regelung gilt neben einigen Vertragsarten der privaten Rentenversicherung (Rentengarantie, Beitragsrückgewähr) generell für Lebensversicherungen auf den Erlebens und Todesfall sowie für Ausbildungs- und Sterbegeldversicherungen. Zu den Rentenversicherungen ohne Rückkaufrecht gehören Rentenversicherungen in der Aufschubzeit (Todesfallleistung ist nicht vereinbart), im Rentenbezug, Risikolebensversicherungen und Basisrenten (hier erfolgt Beitragsfreistellung).

In der privaten Versicherungswirtschaft ist es möglich, Verträge individuelle zu vereinbaren. Zum Beispiel können Rentenversicherer und Versicherte vereinbaren, dass sie eine Verwertung vollständig oder teilweise ausschließen. Die Folge einer solchen Vereinbarung ist, dass die Versicherung teilweise oder ganz vom Rückkauf ausgenommen bleibt.

Eine Besonderheit findet sich bei Direktversicherungen sowohl bei privaten Lebens- als auch Rentenversicherungen. Ein Rückkauf ist für einen Arbeitnehmer nicht erlaubt. Der Arbeitgeber darf dies allerdings tun.

Verkauf von langlaufenden Lebensversicherungen sinnvolle Alternative

Durch Rückkauf kommt es automatisch zum Erlöschen des Versicherungsvertrages. Besonders von wirtschaftlichem Nachteil ist die vorzeitige Vertragsbeendigung (erste fünf Jahre) durch Rückkauf sowohl für den Versicherten als auch für das Versicherungsunternehmen. Ein nutzbarer Rückkaufwert aus der Rentenversicherung hängt von den Umständen des Einzelfalls und des Versicherungsverlaufes ab. Einen optimalen Rückkaufwert kann der Versicherte meist nur durch den Verkauf seiner Renten- oder Lebensversicherung an einen speziellen Aufkäufer erzielen.

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