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Scheinlebensversicherung - ein illegales Steuermodell

Kapitalanleger sollten sich darüber im Klaren sein, dass sie bei der Nutzung von Steuersparmodellen Verantwortung tragen. Es ist kein Geheimnis, dass selbst bekannte Finanzinstitute dubiose Anlagemodelle vermitteln. Es geht dann nicht mehr nur um bloßes Steuern sparen. Es handelt sich um Steuerbetrug oder Geldwäsche mithilfe von Lebensversicherungen. Finanzbehörden sprechen dann von einer Scheinlebensversicherung. Experten raten bereits seit Jahren jede Anlageentscheidung einer Prüfung zu unterziehen. Nicht allein Gebühren- und Provisionsinteressen sollten eine Rolle spielen. Geprüft werden sollte jede Geldanlage als Steuersparmodell, ob sie im Einklang mit dem Steuerrecht steht.

    thomasstache/Flickr

Wie Steuerbetrug mit Lebensversicherungen funktioniert

In den europäischen Staaten gelten unterschiedliche Steuervorteile für Lebensversicherungen. Ausgenutzt hat diese die in erster Linie vermögende Kundschaft. Dazu wird beispielsweise in Aktien oder Fonds investiert. Über das Ganze wird eine Lebensversicherung gestülpt. Diese existiert nur scheinbar. Denn ihre Funktion ist nicht die Altersvorsorge oder Absicherung der Familie. Es geht nur darum, Anlagekapital vor dem Zugriff des Finanzamtes zu schützen.

Bei diesem Steuerbetrug Variante Scheinlebensversicherung wird zusätzlich die EU-Richtlinie zur Besteuerung von Zinsen umgangen. Ein Lebensversicherungsmantel war früher eine häufig gewählte Variante, um Schwarzgeld zu verstecken. Die Auszahlungen von Lebensversicherungen sind je nach Laufzeit und Vertragsbeginn sogar steuerfrei.

Den Finanzämtern sind solche illegalen Steuersparmodelle ein Dorn im Auge. Investoren ist es bereits seit 2009 per Gesetz nicht erlaubt, bei einer Konstruktion Depot und Lebensversicherung Einfluss auf die Anlagepolitik des Lebensversicherers zu nehmen. Außerdem ist vorgeschrieben, dass mindestens zehn Prozent des Anlegergeldes für den Todesfallschutz verwendet werden muss.

Finanzbehörden schauen sich zur Bewertung einer Scheinlebenslebensversicherung mehrere Indizien an. Für eine volle Steuerpflicht einiger ausländischer Lebensversicherungen beispielsweise aus der Schweiz oder Liechtenstein spricht, wenn Versicherungsnehmer mit ihrem Bankberater und nicht mit der Versicherung kommunizieren. Ein Beweis dafür ist, dass die Mitteilung über die Vermögensentwicklung im LV-Depot nicht vom Versicherer, sondern von der Bank ausgeht. Weitere Indizien sind: Der Kunde wählt die Depotbank für die Investmentfonds und nicht den Versicherer aus. Er bezahlt kein Geld an die Versicherung. Er überträgt sein persönliches Depot in den Versicherungsmantel. Die Bank übernimmt nach Vorgaben des Kunden das Depotmanagement.

Die Scheinlebensversicherung wird den sogenannten vermögensverwaltenden Versicherungsverträgen zugeordnet, wenn gewisse Kriterien hinsichtlich Verwaltung und Mitspracherecht nicht erfüllt werden. Das bedeutet für Anleger, sie müssen jedes Jahr Steuern abführen, sowie bei anderen gleichgearteten Finanzprodukten auch.

Legal Geld in Lebensversicherungen verschieben

Diese Steuerlücke ist trotz einiger gesetzlicher Vorgaben aktiv. Insgesamt betrachtet, ist es auch nicht generell illegal, Geld in Lebensversicherungen zu verschieben. Der Anleger besitzt laut Gesetz keine Scheinlebensversicherung, wenn er Geld in ein Wertpapierdepot investiert und dieses einem Versicherer ohne weitere Anlagevorschriften und Mitspracherechte übergibt. Nicht selten nutzen Unternehmer diese Versicherungsmäntel, um betriebliches Vermögen in Policen zuschieben. Im Falle eines Konkurses sind diese Vermögensteile dann geschützt.

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