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So überlisten Gangster Geldautomaten mit Software

  • Moritz Platt/Wikimedia Commons

Geldautomaten sind stets ein beliebtes Ziel von Betrügern, war es früher der beliebtere Weg Umbauten am Geldautomaten vorzunehmen, das Tastenfeld auszutauschen oder Kameras zu installieren, so konzentrieren sich die Kriminellen heutzutage eher auf einen anderen Schwachpunkt - die Software.

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Letztendlich ist ein Geldautomat vereinfacht betrachtet ein Tresor mit angeschlossenem Windows-PC. Allerdings ist dieser ebenso anfällig, wie in Hamburg zwei IT-Forscher anonym beim 30. Chaos Communication Congress (30C3) demonstrierten. Sie hatten offenbar Kenntnis von einer versteckt unter der Automatenverkleidung gelegenen USB-Buchse, üblicherweise vorhanden für Systemupdates oder den Anschluss eines Bankdruckers. Die Sicherheitsexperten entfernten unbeachtet die Verkleidung des Geldautomaten und steckten einen präparierten USB-Stick mit Schadsoftware in die USB-Buchse. Durch eine kurzzeitige Unterbrechung der Stromzufuhr erzwungen sie einen Neustart, sodass die Schadsoftware beim Hochfahren mitgestartet wurde und von nun an im System des Geldautomaten aktiv war. Über die Zahlenfolge 000507607999 anstelle der normalen PIN-Eingabe konnte nun ein Kurier der Gangster ein geheimes Softwaremenü aufrufen und mit einer weiteren Zahlenfolge Bargeld zur Auszahlung anfordern.

Ähnliche Vorgehensweisen demonstrierten Hacker in den Jahren zuvor. In Osteuropa tauchte eine vergleichbare Schadsoftware auf, die es Kriminellen ermöglichen soll, die Sicherheitsbarrieren der Geldautomaten zu umgehen und an das Bargeld im Innern zu gelangen.

Geldautomaten werden weltweit von den Herstellern und Banken unterschiedlich gewartet. Eines haben die meisten jedoch gemeinsam: Sie arbeiten mit dem Betriebssystem Windows. Windows ist sicherlich das beliebteste Betriebssystem für Hacker und Virenprogrammierer. Für kein anderes Betriebssystem gibt es so viele Viren und Schadsoftware. Eigentlich sollte ein Geldautomat dagegen immun sein, ist nicht ans öffentliche Internet angeschlossen und automatische Softwareinstallationen sollte das System nicht zulassen. Sollte man meinen, doch die Realität sieht weltweit unterschiedlich aus, wie der bedenkliche Hack aus Hamburg eindrucksvoll veranschaulicht.

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