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Stand-by auf dem Fernsehmarkt: Loewe ist insolvent

Der Traditionshersteller Loewe steht auf dem Fernsehmarkt vor dem Aus: Die Firma ist offiziell insolvent, jegliche Bemühungen um eine Sanierung aus eigener Kraft sind gescheitert. Ausländische Investoren stünden angeblich für einen Neustart unter harten Bedingungen bereit.

Am Dienstag stellte das Unternehmen einen Planinsolvenzantrag beim Amtsgericht Coburg. Loewe wird dem Gläubigerausschuss einen Sanierungsplan vorlegen und Gespräche mit aussichtsreichen Investoren sondieren. "Wir haben sechs Angebote von Investoren, über die wir in den kommenden vier Wochen entscheiden", teilte Loewe-Chef Matthias Harsch mit. "Es gibt eine extrem hohe Wahrscheinlichkeit, dass wir bis Ende Oktober einen neuen Investor haben werden", so der Firmenchef. Voraussichtlich bis zum Jahresende sei das operative Geschäft derzeit finanziert. "Ohne Investor ist es natürlich aus."

Einem Bericht des Bayerischen Rundfunks (BR) zufolge verhandelt Loewe konkret allerdings nur mit drei Investoren, die harte Bedingungen, etwa beim Stellenabbau und Produktionsstandort, stellen. Loewe überstellt zurzeit zahlreiche Mitarbeiter in eine Transfergesellschaft und reduziert die Zahl seiner Beschäftigten auf 650. Die Fertigungsbänder im fränkischen Kronach stünden still, da Kapital für benötigtes Material fehle, berichtete ein Insider dem BR. Ein Sprecher von Loewe widersprach dieser Darstellung.

Die Premiummarke aus Oberfranken ist einer der letzten deutschen Hersteller auf dem hart umkämpften Fernsehmarkt, den die Koreaner Samsung und LG dominieren. Schon 2004 verschlief Loewe den Wechsel von Röhrenbauweise zu Flachbildtechnologie, jetzt rächt sich die exklusive Preispolitik mit Gerätepreisen von 1.000 bis 5.000 €. Asiatische Fernsehmodelle kosten oft einen Bruchteil. Loewe's Umsatz brach allein von Januar bis März um 35% auf 43,5 Mio. € ein, der Verlust war so hoch wie die Hälfte des Grundkapitals.

Loewe sucht verzweifelt einen Ausweg vom Exklusiv- zum Massenmarkt und erwägt Fernsehgeräte ab 800 € in Elektronikmärkten anzubieten. Eine strategische Partnerschaft mit dem chinesischen Elektrokonzern Hisense International bei Einkauf, Produktion, Entwicklung und Vertrieb soll seit Ende Juli dabei behilflich sein.

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