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Tag der Deutschen Einheit 2014: DDR-Produkte im Westen - 4 sind noch wichtig, 4 fast vergessen

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Tag der Deutschen Einheit 2014: Vor 24 Jahren wurde aus zwei Welten eine - Ost und West haben sich zu einem Deutschland wiedervereinigt. In 60 Jahren der Trennung gab es in der DDR eine ganze Reihe von eigenen Innovationen und Produkten. Manche der Ost-Produkte spielen auch noch heute, 25 Jahre nach dem Mauerfall, eine Rolle, andere sind fast schon vergessen. Wir stellen ihnen acht DDR-Produkte vor, von denen sich aber nur vier im Westen durchgesetzt haben.

DDR-Produkte im Westen, die mit der Wende ihre Bedeutung verloren:

1. Das Ampelmännchen
Der Psychologe Karl Peglau hat sie vor mehr als 50 Jahren erfunden - der rote "Steher" und der grüne "Geher" wurden Kult. Peglau war sich damals sicher: "Nur, wenn die Fußgänger das Verkehrssymbol mögen und verstehen, werden sie ihm folgen." Er sollte Recht behalten - die Ampelmännchen wurden ein voller Erfolg. Allerdings gibt es heute nicht mehr viele von ihnen - lediglich in Ostberlin regeln Peglaus Ampelmännchen noch den Verkehr. In zahlreichen Berliner Souvenir-Shops wurden sie aber zu neuem Leben erweckt.

2. Der Trabbi
Ein Auto in der DDR - das war mit langen Wartezeiten verbunden. Und wer einen Trabant, das "mobile Wahrzeichen der DDR", haben wollte, musste schon mal 15 lange Jahre auf dessen Auslieferung warten. Anmeldebescheinigungen für einen Trabbi wurden auf dem Schwarzmarkt zu astronomisch hohen Preisen verkauft. Und: Jeder Bürger der DDR durfte lediglich einen Wagen ordern. 
Im Westen wurde der Trabant dann als "Blechauto" verschmäht und heute gibt es sie fast gar nicht mehr - sie rollen lediglich als Attraktionen mit Kultstatus über die Straßen in Berlin.

3. Die Club-Cola
Was im Westen Coca Cola oder Pepsi waren, hieß im Osten Club-Cola. 1969, zum 20. Jahrestag der DDR, kam das "Szenegetränk" auf den Markt - damals besonders bei Jugendlichen beliebt. Auch heute gibt es sie noch, die Club-Cola, allerdings ist der Hype um die ostdeutsche Urmarke abgeebbt. Die Spreequell GmbH macht nicht einmal mehr fünf Prozent des Umsatzes mit dem Getränk.

FOTOS: DDR-Produkte im Westen

4. Die "Aktuelle Kamera"
Die westdeutschen Tagesthemen hießen in der DDR die "Aktuelle Kamera". Sprecher wie Klaus Feldmann oder Wolfgang Meyer sprachen täglich die Nachrichten des Tages. In abgewandelter Form gab es die "Aktuelle Kamera" auch noch nach der Wende, mit der Eingliederung des DDR-Fernsehens in den Deutschen Fernsehfunk verschwand die Sendung aber aus dem Programm.

DDR-Produkte, die sich im Westen durchgesetzt haben:

1. Das Sandmännchen
Das Sandmännchen galt in der DDR als Prestige-Objekt und nach der Wende kam man in der Bundesrepublik nicht umhin, die abendliche Kindersendung fortzuführen. Der heutige RBB nahm sie ins Programm auf, später strahlten auch NDR, MDR und Kika das Sandmännchen aus. Bis heute ist das Sandmännchen eine feste Institution und wichtiger Bestandteil in fast jeder Kindheitsgeschichte.

2. Polizeiruf 110
Im Westen Tatort - im Osten Polizeiruf 110. Noch heute existiert das Krimi-Format für den Sonntagabend und wird in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen im Wechsel mit dem Tatort von der ARD ausgestrahlt. Mit Erfolg - erst am Donnerstag wurde der "Polizeiruf 110: Familiensache" beim Filmfest Hamburg mit dem Produzentenpreis ausgezeichnet. Ab dem kommenden Jahr wird etwas umgemodelt - beim "Polizeiruf" wird ab 2015 erstmals grenzüberschreitend ermittelt - in Deutschland und Polen.

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3. Der Rotkäppchen-Sekt
Die Geschichte des Rotkäppchen-Sektes ist eine Erfolgsgeschichte - die Traditionsmarke mit Sitz in Sachsen-Anhalt war das erste ostdeutsche Unternehmen, welches ein größeres westdeutsches Unternehmen übernahm. Seit dem Jahr 2002 ist unter dem Dach der ostdeutschen Sektkellerei auch die die Godefroy H. von Mumm & Co. Sektkellereien GmbH aus Hessen, mit ihrer Premiummarke Mumm, untergebracht. Die Marken Rotkäppchen und Mumm laufen nun unter der Bezeichnung Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien (RMSK), ihr Hauptstandort ist der Traditionssitz in Freiburg, also auf ehemaligem DDR-Gebiet. Und beide Marken zählen zu den beliebtesten Sektmarken in Deutschland.

4. Das Spee-Waschmittel
Das Spee-Waschmittel war ein Vorzeigeprodukt der DDR - der Umsatzanteil am Gesamtmarkt lag bei 80 Prozent. Heute macht sich der Handelskonzern Henkel den Namen und das damit verbundene wirtschaftliche Potential von Spee zunutze. Bundesweit liegt das Ostwaschmittel auf Platz drei unter allen deutschen Waschmitteln - zusammen mit Lenor und nach Persil und Ariel.

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