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Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung

Garantie und Gewährleistung - diese beiden Begriffe werden oft durcheinander geworfen oder sogar für das gleiche gehalten, doch das ist falsch, wir erklären jetzt hier den Unterschied zwischen Garantie und Gewährleistung. Denn im vorweihnachtlichen Kaufwahn ist dies nicht ganz unwichtig zu wissen, wenn man Produkte kauft, die auch länger halten sollen.

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Gewährleistung

Der Käufer hat im Rahmen eines Kaufvertrages einige Rechte, die im Bundesgesetzbuch niedergeschrieben sind. Eines davon ist die Gewährleistung. Dies bedeutet, dass der Verkäufer dem Kunden zusichert, dass die Ware zum Zeitpunkt des Kaufs frei von Sach- und Rechtsmängeln ist. Der Verkäufer haftet dann für alle eventuellen Mängel, die schon beim Kauf vorhanden waren. Unter § 438 BGB findet sich die Gewährleistungsfrist. Sie beträgt 24 Monate. Stellt der Kunde in den ersten sechs Monaten Mängel fest, so muss der Verkäufer nachweisen, dass diese beim Kauf noch nicht vorhanden waren. Werden die Mängel erst nach über sechs Monaten festgestellt, liegt die Beweislast bei Kunden.

Wenn sich der Kunde auf Anfrage des Verkäufers damit einverstanden erklärt, die Gewährleistungsfrist auf 12 Monate zu verkürzen, so kann dies getan werden. Ausgeschlossen werden kann sie aber nicht. Im Gesetzbuch sind außerdem einige Punkte aufgeführt, die dem Käufer gesetzlich folgende Rechte einräumen:

  • Anspruch auf Nacherfüllung (§ 439 BGB),
  • Rücktrittsrecht (§ 440; § 323; § 326 Abs. 5 BGB und die dort genannten Vorschriften),
  • Minderung (§ 441 BGB),
  • Anspruch auf Schadensersatz (§ 437 Nr. 3 BGB und die dort genannten Vorschriften)

Kommt es zu einer Nacherfüllung, muss der Händler entweder dafür sorgen, dass der Kunde eine neue Ware in einwandfreiem Zustand erhält. Oder er kann durch Reparatur dafür sorgen, dass die gekaufte Ware wieder in den Originalzustand versetzt wird. Der Käufer hat dabei das Recht, dem Verkäufer zu sagen, welche Form der Nacherfüllung er haben möchte.

Garantie

Im Gegensatz dazu ist die Garantie eine freiwillige Angabe des Herstellers. Er kann frei wählen, inwieweit er dem Kunden garantiert, dass die von ihm hergestellte Ware reibungslos funktioniert. Diese Angabe wird immer zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistungspflicht gemacht. Beide Begriffe haben deswegen nichts miteinander zu tun.

Es geht dabei um die Funktionsfähigkeit bestimmter Teile oder eines Gerätes über einen bestimmten Zeitraum hinweg. Dabei spielt der Zustand der Ware beim Kauf keine Rolle. Denn die Funktionsfähigkeit wird ja garantiert. Die Garantie darf die Gewährleistungspflicht des Verkäufers nicht verringern. Außerdem darf sie sie nicht ersetzen. Zusammengefasst kann man sagen, dass die Gewährleistung Sache des Verkäufers ist, die Garantie dagegen Sache des Herstellers.

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