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Wulff-Prozess: Staatsanwalt legt Revision gegen den Freispruch ein

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Geht der Korruptionsprozess gegen Christian Wulff in eine neue Runde? Die Staatsanwaltschaft Hannover hat sich mit dem Freispruch des früheren Bundespräsidenten nicht zufrieden gegeben und hat jetzt eine Beschwerde eingereicht - der Bundesgerichtshof in Karlsruhe muss jetzt entscheiden, ob der Fall neu aufgerollt wird.

Laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa wurde am heutigen Mittwochmorgen der Antrag auf Revision beim Landgericht in Hannover eingegeben. Ob der Korruptionsprozess gegen den früheren Bundespräsidenten Wulff aber tatsächlich erneut aufgerollt wird, das muss nun der Bundesgerichtshof entscheiden. Sicher ist, der Antrag auf Revision hätte eigentlich nur dann Erfolg, wenn die Staatsanwaltschaft dem Gericht Verfahrensfehler im Prozess nachweisen kann.

Der Vorwurf gegen Christian Wulff im Prozess lautete auf Vorteilsannahme in seinem Amt als niedersächsischer Regierungschef. Es ging im Speziellen um einen Oktoberfestbesuch 2008 und die Zahlung von Kosten, die dort angefallen waren. Der Ex-Bundespräsident Wullf stand deshalb vor Gericht, zusammen mit dem Filmproduzenten David Groenewold, welcher bei besagtem Fest im Jahr 2008 Hotel- und Bewirtungskosten für Wulff in Höhe von rund 720 Euro übernommen hatte.

Christian Wulff plant nach dem Freispruch seine weitere Karriere: Wulff will, nach Informationen des SPIEGEL, wohl wieder seine Tätigkeit als Anwalt aufnehmen und seine Zelte in Hamburg, in Hohe Bleichen 17 aufschlagen. Er wird dort dieselbe Etage beziehen, in welcher der Private-Equity-Unternehmer Guido Sollors seine Büros hat. Sollors ist ein alter bekannter von Wulff, noch aus den Zeiten als Ministerpräsident von Niedersachsen.

Wulff soll ebenso planen einmal wöchentlich nach Berlin zu reisen, denn wie alle ehemaligen Präsidenten verfügt er dort noch immer über ein Büro. Auch alte Auslandskontakte will Wulff wieder aufnehmen und schon Mitte März eine Reise in die Türkei unternehmen, wo diverse Vorträge in Universitäten sowie ein Treffen mit dem tuerkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül ansteht.

Ob sich Christian Wulff erneut einem Prozess stellen muss und der Korruptionsprozess in eine neue Runde geht, wird sich herausstellen. Bis dahin scheint es so, als wäre der Ex-Bundespräsidenten ziemlich unbeschadet aus allem herausgekommen.

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